„Wie gut ist unser Spielzeug?“

Noch vier Wochen bis Weihnachten – in der Adventszeit macht die Spielwarenindustrie ihren Hauptumsatz. Fast drei Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Spielzeug aus – Tendenz in den vergangenen Jahren steigend. In „ZDFzeit“ will Autor Philipp Müller am Dienstag, 26. November 2013, 20.15 Uhr, wissen: „Wie gut ist unser Spielzeug?“.

Christoph Blödner ist Lego-Millionär. Er kauft gebrauchtes Lego, wäscht es und verkauft es weiter wie neu. Ein lohnendes Geschäftsmodell! © ZDF/Leif Stange
Christoph Blödner ist Lego-Millionär. Er kauft gebrauchtes Lego, wäscht es und verkauft es weiter wie neu. Ein lohnendes Geschäftsmodell! © ZDF/Leif Stange

Das Ergebnis: Holzspielzeug fiel auf breiter Front durch. Holzklötze, Nachziehtiere und die beliebten Holz-Eisenbahnen von Brio und Eichhorn – sie alle wiesen im Test von „ZDFzeit“ und Stiftung Warentest Mängel auf. Bei 30 untersuchten Spielsachen für Kinder unter drei Jahren hieß es sieben Mal „mangelhaft“ und neun Mal „ausreichend“. Die Prüfer fanden krebserregende Stoffe und monierten wie schon vor drei Jahren die Gefahr von abbrechenden Kleinteilen, die von Kindern verschluckt werden können. Auch das Siegel „Made in Germany“ bürgt nicht für Unbedenklichkeit. Mehrere der durchgefallenen Holzspielzeuge stammen von deutschen Herstellern.

Computerspiele dagegen sind – bei maßvoller Nutzung – besser als ihr Ruf. Die Digitalisierung der Kinderzimmer scheint unaufhaltsam voranzuschreiten, und viele Eltern fragen sich: Schadet das meinem Kind? Spätestens seit Hirnforscher von „Digitaler Demenz“ bei Kindern sprechen, wird darüber diskutiert, ob Computerspiele dumm machen. Bei „ZDFzeit“ stellt die Hirnforscherin Simone Kühn vom Max-Planck-Institut in Berlin die Ergebnisse ihrer neuesten Studie vor: Wer jeden Tag eine halbe Stunde spielt, trainiert sein Gedächtnis und seine Motorik. Die gemessenen positiven Effekte erstrecken sich vor allem auf Hirnregionen, die auch in der Schule angesprochen werden sollen.

Außerdem im Test: sprechende Plüschtiere, günstige Kinderfahrräder und das „Spiel des Jahres 2013“.

Zweite Ausschreibung für den „besonderen Kinderfilm“

Die gemeinsam von Filmwirtschaft, Politik und öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern getragene Initiative „Der besondere Kinderfilm“ geht in die zweite Runde. In Erfurt beschloss die Initiative für das Frühjahr 2014 eine weitere Ausschreibung für Autoren und Produzenten zur Produktion eines „besonderen Kinderfilms“, der auf originären Stoffen beruht. Die ausgewählten Filme erhalten eine breite Förderung.

Nach der ersten Ausschreibung Anfang dieses Jahres gingen 108 Bewerbungen um die Förderung ein. Derzeit werden für die ausgewählten sechs Stoffe die Drehbücher entwickelt.

Der „besondere Kinderfilm“ ist ein dramaturgisch und handwerklich gut ausgeführter, Kinder erstarkender Realfilm von 70 bis 80 Minuten Länge mit Tiefgang und Relevanz. Er richtet sich an die Zielgruppe der acht- bis zwölfjährigen Kinder. Die Förderung der Produktion erfolgt in zwei Schritten. Autor und Produzent nehmen gemeinsam an der Ausschreibung teil. Eine Jury wählt aus den eingereichten Vorlagen bis zu sechs Treatments aus. Daraus wird dann eine erste Drehbuchfassung entwickelt. In der zweiten Stufe werden aus diesen Drehbüchern die besten, mindestens jedoch zwei Projekte für eine Mitfinanzierung durch die Fördereinrichtungen, die Politik und die Fernsehsender ausgewählt. Dabei wird auch eine mögliche vorgezogene Verleihförderung berücksichtigt. Die Ausschreibung wird von dem unabhängigen Förderverein Deutscher Kinderfilm in Erfurt betreut, der nicht zu den Geldgebern der Initiative gehört.

Die ausgewählten sechs Projekte können einen Zuschuss für den Autor in Höhe von 20.000 Euro für die Erstellung einer ersten Drehbuchfassung erhalten. Weiter kann für diesen Zeitraum eine zusätzliche Entwicklungsförderung in Höhe von 5.000 Euro für den Produzenten bewilligt werden. Für die Realisation der Filmprojekte bekennen sich die teilnehmenden Institutionen zu einer finanziellen Förderung in Millionenhöhe.

Die Initiative „Der besondere Kinderfilm“ geht zurück auf eine Podiumsdiskussion bei „Medientreffpunkt Mitteldeutschland“ im vergangenen Jahr in Leipzig. Damals hatten die Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks und ARD-Filmintendantin, Professor Dr. Karola Wille, und die damalige Chefin der Thüringer Staatskanzlei, Marion Walsmann, neue Anstrengungen angekündigt, um dem originären Kinderfilm in Deutschland mehr Präsenz und ein stärkeres Gewicht zu geben.

Der daraus entstandenen Initiative gehören heute folgende Mitglieder an: Abgeordnete des Deutschen Bundestags, Allianz Deutscher Produzenten Film & Fernsehen, Bayerischer Rundfunk (BR), Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Deutsche Kindermedienstiftung GOLDENER SPATZ, FilmFernsehFonds Bayern, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Filmförderungsanstalt, Film- und Medienstiftung NRW, Freistaat Thüringen, KiKA – der Kinderkanal von ARD und ZDF, Kuratorium junger deutscher Film, Medienboard Berlin-Brandenburg, Mitteldeutsche Medienförderung, Mitteldeutscher Film- und Fernsehproduzentenverband, Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Verband der Filmverleiher, Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF).

„Das ist ein Künstler, ein sehr schöner Mann“

Dem niederländischen Schriftsteller Leon de Winter fällt es nicht schwer, Jogi Löw zu bewundern. „Die heutige deutsche Mannschaft, die so künstlerisch ist, wird geführt von einem Coach, der aussieht wie ein Ballett-Choreograph“, schwärmt er in „hr1-Talk“ am Sonntag, 24. November. „Das ist doch kein normaler Coach, das ist ein Künstler, ein sehr schöner Mann, immer unheimlich gut, modern, cool gekleidet!“ Gegen einen solchen Trainer zu verlieren, könnten die Niederländer „gut ertragen“, sagt der Autor: „Das ist dann ok, dann sagen wir, wir haben gegen einen großen Künstler verloren!“

Beinahe wäre Leon de Winter Komponist geworden. „Ich wollte immer Musik für Filme schreiben“, verrät er, „das wäre meine Aufgabe gewesen.“ Auch wenn sich seine Liebe zum Schreiben durchgesetzt habe, hat er den Plan, Musiker zu werden, nie aufgegeben: „Vielleicht mache ich das noch, in Los Angeles Filmmusik studieren.“ Mit seinem Landsmann, dem Stargeiger André Rieu, schreibe er derzeit an einem Drehbuch zu einem Film, der in Hollywood produziert werden soll. „Ich habe eine große Beziehung zum Walzer.“ Teilweise arbeiteten sie zusammen im Haus von Johann Strauss.

Leon de Winter ist mit Jessica Durlacher verheiratet, die ebenfalls Schriftstellerin und seine größte Kritikerin ist. Wenn sie seine Manuskripte zurückgebe, seien diese voll mit harschen Anmerkungen: „Da bin ich nicht immer fröhlich, denn da steht ‚langweilig‘ oder ‚das stimmt nicht‘. Besonders ungnädig werde seine Frau bei erotischen Szenen: „Sexszenen kannst Du nicht schreiben, überlasse das lieber mir!“

Leon de Winter thematisiert auch im neuen Buch „Ein gutes Herz“ seine jüdische Herkunft. Seine Eltern hatten den Holocaust überlebt, weil sie von katholischen Priestern und Nonnen mehrfach versteckt worden waren. Der erfolgreiche Schriftsteller hat alleine in Deutschland über eine Million Bücher verkauft.

Der hr1-Talk, immer sonntags zwischen 10.00 und 12.00 Uhr in hr1.

Auch als Podcast zum Nachhören auf www.hr1.de.