Trotz Rekordquoten schickt Wolfgang Stumph seinen beliebten Kommissar „Stubbe“ am 18. Januar in Rente, nach 20 Jahren und 50 Folgen. In der Programmzeitschrift auf einen Blick (Ausgabe 4/2013) spricht der 67-Jährige nun Klartext über das Fernsehen. Was ihn am Programm stört: „Alle Sender sind zu ängstlich. Was erfolgreich ist, wird sofort nachgemacht. Und entweder setzt man auf Action oder macht Schlüsselloch-TV, wo sich Menschen blamieren.“ Er wünsche sich daher von den TV-Machern „mutiger zu sein“ und den TV-Zuschauern mehr zuzutrauen. Diese sollten seiner Meinung nach dazu gebracht werden, „nicht nur zu Kochsendungen und ,Bauer sucht Frau'“ einzuschalten.
Außerdem stört Stumph, „dass Geschichten über das Leben nur noch in Form von Krimis erzählt werden. Nur weil Krimis immer Quote versprechen.“
Hollywoodstar Leonardo DiCaprio dreht Filme nicht des Honorars wegen: „Ich kann reinen Gewissens behaupten, noch nie einen Film nur fürs Geld gedreht zu haben. Keine Science-Fiction- oder Superhelden.“, sagte er in einem Interview in der neuen Ausgabe des stern. Der 39-jährige Schauspieler brilliert gerade in „The Wolf of Wall Street“. Für seine Rolle des Jordan Belfort, eines legendären Brokers und Millionenbetrügers der amerikanischen Finanzwelt in den 80er-Jahren, erhielt DiCaprio vor wenigen Tagen einen Golden Globe.
Belfort sei ein „charismatischer Soziopath. Er ist Caligula und die Wall Street Ende der Achtziger das Römische Reich vor dem Fall. Nie wurden Gier und Lust in Amerika so schamlos ausgelebt“, sagt DiCaprio in dem stern-Interview. Er habe sieben Jahre gebraucht, um den Film zu finanzieren – während der Finanzkrise habe sich kein Hollywoodstudio auf dieses Thema einlassen wollen.
Nach seinem eigenen Talent zur Vermögensvermehrung gefragt, antwortet DiCaprio: „Ich verkneife mir wenig, weiß aber auch, dass es Unsinn ist, zehn Dollar für eine Cola aus der Minibar zu zahlen, wenn ich mir im Laden um die Ecke ein Sixpack für drei Dollar kaufen kann.“ Er habe kompetente Finanzberater und „wirklich gute Eltern, die sehr auf mich achtgeben“, versichert der Filmstar. „Ich bin 39, und meine Eltern passen auf mich auf – hahaha! Aber so ist mein Leben“. Taschengeld habe er als Kind allerdings nicht bekommen, erzählt DiCaprio. „Ich wuchs sehr ‚Boheme‘, aber arm heran.“
Moritz Bleibtreu („Lola rennt“, „Der Baader Meinhof Komplex“), einer der beliebtesten und gefragtesten deutschen Schauspieler, hat nichts gegen das Prädikat „Instinktschauspieler“. In hr2-kultur sagte der 42-Jährige, der gerade seinen neuen Film „Nicht mein Tag“ präsentiert: „Ich finde das völlig egal, wie die Leute das machen. Mir ist total wurscht, ob ein Schauspieler drei Stunden vorher meditiert, ob er ein ‚Method Acting‘-Schauspieler ist, ob er Max Reinhardt mag, Konstantin Stanislawski oder Lee Strasberg. Wichtig ist, dass es mich berührt!“
Der Sohn der 2009 gestorbenen Schauspielerin Monica Bleibtreu geht sehr gerne ins Kino, aber nicht in seine eigenen Filme: „Als Schauspieler bestimme ich, was ich tue und die Art, wie ich spiele, aber mit dem Rest habe ich nichts zu tun. Ich bin nicht der, der den ‚Take‘ wählt. Ich bin nicht der, der die Musik aussucht, ich bin nicht der, der mischt. Ich bin nicht der, der schneidet. Deshalb ist ein Film in dem Moment, in dem ich vom Set gehe, nicht mehr meiner.“
Von schlichtem Humor hält Bleibtreu, der regelmäßig auch in Komödien zu sehen ist, wenig: „Klamauk ist für mich, wenn man eine Geschichte bewusst schreibt und so dramatisiert, dass gelacht werden muss und soll – und ich das ständig merke, also das, was man Oberschenkelhumor nennt. Statt dass man es macht wie Loriot, und sagt ein Witz ergibt sich aus einer Situation, aus einer Figur. Es muss immer um Menschen gehen, und es muss wahrhaftig und echt sein.“