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Mobbing und Selbstmordgedanken: Larissa und Gabby aus dem Dschungelcamp

Im RTL-Dschungelcamp sorgen Larissa und Gabby für jede Menge Trubel. Doch das Leben der beiden Dschungelqueens war bisher alles andere als leicht. Mobbing, Selbstmordgedanken und Schwangerschaft – in der aktuellen BRAVO (Heft 6/2014) sprechen beide erstmals exklusiv über ihre bewegende Lebensgeschichte.

Für Larissa ist die härteste Prüfung nicht die Sterne-Jagd, sondern der Alltag im Camp. „Alle halten mich für gestört“ seufzt die 21-Jährige, doch betont zugleich: „Ich bleib so, wie ich bin. Ich war schon immer die Außenseiterin. Aber diese Erfahrungen haben mich nur härter gemacht!“ Sie ist es gewohnt ständig anzuecken. Auch ihre Eltern bestätigen, dass sie schon immer Probleme mit dem wilden Mädchen hatten. „Meine Tochter ist im Camp so, wie sie auch in Wirklichkeit ist“, verrät Larissas Vater Heinz Marolt. „Sie ist emotional, manchmal ein wenig tollpatschig und zerstreut…“

Schon in der Schule hatte es Larissa nicht einfach, wurde ständig gemobbt. „Jeder Tag wurde zur Qual. Ich wurde rumgeschubst und runtergemacht. Man hat mir das Haargummi rausgerissen und die Brille kaputt gemacht.“ Wegen der Attacken musste die Blondine sogar die Klasse wechseln. Doch das war nur der Anfang. Auch 2009 bei „Germany’s Next Topmodel“ schlug ihr von den Mit-Kandidatinnen viel Hass entgegen. „Das ist alles nicht spurlos an mir vorübergegangen“, sagt Larissa. „Aber ich bin eine Kämpferin. Ich will mich durchbeißen und es nach ganz oben schaffen.“

Auch Gabby macht der Urwald keine Angst, sie hatte schon härtere Herausforderungen zu bewältigen. „Es gab eine Zeit, da wollte ich sterben“, enthüllt die 24-Jährige im exklusiven BRAVO-Interview. Vor circa sechs Jahren wollte sich die Halb-Brasilianerin, die im Berliner Problem-Viertel Neu-Kölln aufgewachsen ist, das Leben nehmen. „Meine Mama und mein Vater hatten schlimme Schulden. Sie stritten sich täglich. Dann kam die Scheidung. Papa musste die Wohnung verlassen und wurde obdachlos. Meine Mutter kam mit ihrem Leben nicht klar – und ich wurde ins Heim gesteckt.“

Mit 15 wurde die Popsängerin schwanger, doch von eigenem Familienglück keine Spur. „Mein Freund war nicht für meine Tochter und mich da. Er wollte lieber Party machen und hatte andere Weiber.“ Als sie ihn darauf ansprach, prügelte er auf sie ein. „Er schlug mich vor den Augen der Kleinen. Einmal hat er mich gegen einen Glasschrank geschubst. Ich hatte Scherben im Rücken stecken.“ Obendrauf kommen nach der Trennung auch noch 20.000 Euro Mitschulden dazu. Rückblickend stellt Gabby fest: „Es gab Momente, da dachte ich: ,Ich will nicht mehr leben.‘ Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mein Leben jemals wieder schön werden könnte!“

„Das Cabinet des Dr. Caligari“ nach Restaurierung jetzt in digitaler Kinoqualität

Fast ein Jahrhundert nach der Uraufführung kann der Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von Robert Wiene aus dem Jahr 1920 in digitaler Kinoqualität (4K) neu erlebt werden. Mit der umfassend angelegten digitalen Restaurierung stellten die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als Rechteinhaberin und das internationale Medienunternehmen Bertelsmann als Hauptsponsor den Erhalt eines der weltweit bedeutendsten Stummfilme sicher, der als Meilenstein des expressionistischen Kinos gilt und Filmemacher bis heute inspiriert. Beide Partner präsentierten am Montag in Berlin Arbeitsergebnisse der Restaurierung und setzten sich zugleich für den Erhalt des deutschen Filmerbes ein.

"Das Cabinet des Dr. Caligari" nach Restaurierung jetzt in digitaler Kinoqualität © Deutsches Filminstitut DIF/Bertelsmann SE & Co. KGaA
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ nach Restaurierung jetzt in digitaler Kinoqualität
© Deutsches Filminstitut DIF/Bertelsmann SE & Co. KGaA

Die digital restaurierte Fassung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“, eine Koproduktion mit ZDF/ARTE, wird am 9. Februar bei der Berlinale mit der Musik von John Zorn welturaufgeführt und drei Tage später auf dem Kulturkanal ARTE erstmals im Fernsehen gezeigt. Für Kinos, Festivals und Veranstalter ist der Film ab 17. Februar als DCP im Verleih der Murnau-Stiftung erhältlich; Home-Entertainment-Editionen auf DVD und Blu-ray sollen folgen. Ohne die digitale Restaurierung hätte der Film aus dem Ufa-Bestand in den kommenden Jahren nur noch in wenigen Kinos mit analoger Technik abgespielt werden können.

„‚Das Cabinet des Dr. Caligari‘ zählt zweifellos zu den bedeutendsten Filmen nicht nur im umfangreichen Bestand der Murnau-Stiftung, sondern des Genres insgesamt“, erklärte der Vorsitzende der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Ernst Szebedits. „Umso bedauerlicher war es, dass es trotz mehrerer Restaurierungsversuche in den 80er und 90er Jahren bis zuletzt keine qualitativ angemessene Fassung dieses expressionistischen Meisterwerkes gab. Dies hat sich nun dank des noch vorhandenen Kameranegativs, modernster digitaler Technik, handwerklicher Präzision und finanzieller Unterstützung durch Bertelsmann und andere erfreulicherweise geändert: Der Film strahlt in neuem Glanz und neuer Bildqualität und kann jetzt auf allen zeitgemäßen Kanälen verbreitet werden.“

„Als Medienunternehmen, das von und für Kreativität lebt, sind uns nicht nur aktuelle, sondern auch bedeutsame Werke früherer Tage wichtig – insbesondere wenn es darum geht, sie zu erhalten und dem heutigen Publikum zugänglich zu machen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann, Thomas Rabe, das Engagement des Konzerns. „Wir wollen damit vor allem auch ein Zeichen setzen für die dringend benötigte Digitalisierung des Filmerbes. Die deutschen Filmarchive dürfen mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden – wir riskieren sonst, dass wertvolle Filme in Vergessenheit geraten oder gar verloren gehen.“ Der Bertelsmann-Chef erinnerte an ähnliche kulturelle Aktivitäten des Unternehmens in anderen Bereichen, so etwa beim 1994 übernommenen Ricordi-Archiv in Mailand, dessen wertvolle Zeugnisse europäischer Opernkultur Bertelsmann erschließe, digitalisiere und seit 2013 auch der europäischen Öffentlichkeit zugänglich mache. „Bedeutende historische Kulturgüter – musikalische, filmische, literarische Meisterwerke – verdienen es, sorgsam in die Zukunft überführt zu werden“, so Rabe.

Ernst Szebedits schilderte die Arbeit an der Restaurierung: „Wir konnten erstmals das fast vollständig erhaltene Kameranegativ aus dem Bundesarchiv-Filmarchiv verwenden und damit ein Ergebnis in bislang nicht gekannter Qualität erzielen. Dank verschiedener Verleih- und Archivkopien der 1920er und -30er Jahre ist der Film jetzt auch vollständiger als zuvor. In aufwändiger Kleinarbeit wurden Bildsprünge und fehlende Bilder in Einstellungen aufgefüllt. Auch die historische Färbung und die expressionistischen Zwischentitel konnten auf digitalem Wege überzeugender reproduziert werden als in den bisherigen restaurierten Fassungen“, so der Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.

Bei der Restaurierung arbeitet die Stiftung mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv in Berlin und weiteren Archiven zusammen. Neben Bertelsmann als Hauptsponsor förderten auch die VGF Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien das Projekt.

Die Restaurierungsarbeiten unter Aufsicht der Restauratorin Anke Wilkening erstreckten sich über einen Zeitraum von April 2012 bis Januar 2014. Die Wiesbadener Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung führte dazu erstmals alle verfügbaren filmischen Quellen zusammen, konkret die Materialien von nationalen Archiven (Bundesarchiv-Filmarchiv in Berlin, Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen in Berlin und Filmmuseum Düsseldorf) sowie von internationalen Archiven (Archivo Nacional de la Imagen-SODRE, Montevideo; Cineteca di Bologna; British Film Institute, London; Cinémathèque française, Paris; Museum of Modern Art, New York; Cinémathèque Royale de Belge, Brüssel; Fondazione Cineteca di Milano). Die Materialien wurden in Wiesbaden analysiert und verglichen. Mit der technischen Umsetzung wurde die Fachfirma L’Immagine Ritrovata – Film Restoration & Conservation (Bologna) beauftragt. Dort erfolgten Scan, digitale Bildrestaurierung und das Mastering in 4K-Auflösung.

Bei den 64. Internationalen Filmfestspielen Berlin feiert die digitale restaurierte Fassung des Films am 9. Februar 2014 als Highlight der Berlinale Classics ihre Weltpremiere. Der renommierte Jazz-Musiker John Zorn begleitet den Stummfilm live mit einer neuen, teilweise improvisierten Musik an der Orgel im Großen Saal der Berliner Philharmonie. Die Präsentation ist eine Kooperation der Internationalen Filmfestspiele Berlin mit der Stiftung Deutsche Kinemathek, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, der Stiftung Berliner Philharmoniker sowie dem ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE und 2eleven || zeitgenössische musikprojekte.

Bertelsmann erwartet im Anschluss an die Uraufführung mehrere hundert Gäste, darunter viele prominente Persönlichkeiten aus Kulturbetrieb, Wirtschaft und Gesellschaft, zu einem Empfang in der Berliner Repräsentanz „Unter den Linden 1“.

Über den Film

Gedreht wurde „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von der Decla-Film-Gesellschaft Holz & Co., die 1922 von der damaligen Universum Film (Ufa) übernommen wurde. Die Dreharbeiten, deren genauen Daten nicht überliefert sind, fanden vermutlich ab September 1919 im Lixie-Atelier Berlin-Weissensee statt.

In dem Film wird die Geschichte des unheimlichen Dr. Caligari (Werner Krauss) erzählt, der einen weissagenden Schlafwandler namens Cesare (Conrad Veidt) auf dem Jahrmarkt von Holstenwall zur Schau stellt. Dieser sagt einem wissbegierigen Besucher den Tod voraus und tatsächlich wird Alan (Hans-H. v. Twardowski) nachts ermordet. Franzis (Friedrich Fehér), dessen bester Freund und Konkurrent um die schöne Jane (Lil Dagover), verdächtigt Caligari und Cesare und nimmt auf eigene Faust Ermittlungen auf.

Weitere ungeklärte Mordfälle ereignen sich, schließlich soll Jane auf Geheiß Caligaris von Cesare getötet werden. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd, bei der Cesare zusammenbricht, Jane gerettet wird und Dr. Caligari in ein Irrenhaus flüchtet. Dort muss sein Verfolger Franzis feststellen, dass Dr. Caligari der Direktor der Anstalt ist. Offenbar wurde dieser, beseelt von einem mystischen Fall aus dem 18. Jahrhundert, selbst verrückt bei dem Bestreben, einem Schlafwandler seinen Willen aufzuzwingen. Schließlich wird Caligari in eine Zwangsjacke gesteckt.

Doch mit dieser erzählten Binnenhandlung ist der Film nicht zu Ende. Denn in der Rahmenhandlung kehrt Franzis, der Erzähler, in die Irrenanstalt zurück, wo er alle Beteiligten als Insassen antrifft – ebenso wie Caligari, der als gütiger Anstaltsleiter nun angibt, den Schlüssel zur Heilung von Franzis zu kennen. Was stimmt und wer nun wahnsinnig ist – Caligari oder Franzis – lässt der Film letztlich offen.

Zur Rezeption

Schon vor der Uraufführung am 26. Februar 1920 im Berliner Marmorhaus-Kino sorgte der Film für Aufsehen. Mit dem Satz „Du musst Caligari werden“ wurde großflächig in Berlin geworben – zunächst ohne Hinweis darauf, dass es um einen Film geht. Die Ankündigung, dass es sich um den ersten „expressionistischen Film“ handeln werde, weckte hohe Erwartungen an die künstlerische Qualität. Bis auf wenige Ausnahmen stieß der Film auf eine begeisterte Presseresonanz. Auch beim Publikum fand er großen Zuspruch und lief im Premierenkino vier Wochen am Stück.

Im Ausland erzeugte „Das Cabinet des Dr. Caligari“ ebenfalls eine hohe Aufmerksamkeit. In Paris, London und New York lief der Film mit großem Publikumszuspruch. Gerade bei den früheren Gegnern des 1918 zu Ende gegangenen Ersten Weltkrieges polarisierte der erste Erfolgsfilm des Weimarer Kinos, für dessen Neuartigkeit der Begriff „Caligarismus“ geprägt wurde.

„Das Cabinet des Dr. Caligari“ zählt zum Kanon der Filmklassiker. Siegfried Kracauers sozialpsychologische Schrift „Von Caligari zu Hitler“ (1947), die in Filmen des Weimarer Kinos eine kollektive Sehnsucht der Deutschen nach einem Tyrannen zu erkennen glaubte, prägt die Wahrnehmung des Films bis heute.

Von den Mitwirkenden des Films, insbesondere den Drehbuchautoren und den Architekten, verbreitete Erinnerungen und Anekdoten trugen maßgeblich zur Legendenbildung um „Das Cabinet des Dr. Caligari“ bei. Später aufgetauchte Dokumente wie das Originaldrehbuch ermöglichten die Dekonstruktion vieler Mythen.