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Die erfundene Vergewaltigung

Zwei tatsächliche Kriminalfälle, die beide bundesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt haben, bilden die Grundlage für zwei fiktionale Verfilmungen der Produktionsfirma POLYPHON. Produzent ist Hubertus Meyer-Burckhardt, beratend zur Seite steht ihm der Berliner Anwalt Hartmut Lierow. Er hatte die authentischen Fälle in verschiedenen Funktionen selbst begleitet. Die Drehbücher für die Filme werden zur Zeit entwickelt.

Unter dem Arbeitstitel „Die erfundene Vergewaltigung“ wird der Justizirrtum um den Lehrer Horst Arnold thematisiert. Eine Kollegin hatte ihn 2001 der Vergewaltigung in der Schule bezichtigt, doch trotz fehlender Indizien wurde Horst Arnold schuldig gesprochen. Er verbrachte fünf Jahre in Haft. Anwalt Hartmut Lierow recherchierte den Fall aus eigener Initiative und konnte 2009 eine Wiederaufnahme erwirken, die 2011 mit einem Freispruch wegen erwiesener Unschuld endete.

„Als rechtschaffender Bürger in einem Rechtsstaat wegen einer verachtenswerten Tat zu Unrecht verurteilt zu werden, ist für einen Menschen das Schlimmste, was ihm überhaupt passieren kann,“ sagt Rechtsanwalt Lierow. „Neben der Freiheit, neben dem Beruf verliert der Verurteilte auch die Ehre, soziale Anerkennung, Freundschaften, Kontakte, Vertrauen und Selbstvertrauen.“ Horst Arnold starb 4 Monate nach Bestätigung des Freispruches durch den Bundesgerichtshof Ende Juni 2012, ohne die berufliche Rehabilitation und ohne eine ihm zugesprochene Haftentschädigung zu Lebzeiten erhalten zu haben.

„Der vierfach Mord von Ulm“ lautet der Arbeitstitel des zweiten Fernsehspiels. Als Vorlage dient ein Fall von 2009, wo ein 19jähriger gemeinsam mit seinem Freund dessen Eltern und zwei Schwestern mit insgesamt 30 Schüssen tötete. Die Beiden hatten die Tat detailliert vorbereitet und geplant. Sie wurden am Ende mit unterschiedlich hohen Haftstrafen schuldig gesprochen. Anwalt Hartmut Lierow , der als Vertreter der Nebenklage am Prozess beteiligt war, stellt fest: „Letztlich konnten auch durch ein sorgsam arbeitendes Gericht in einem ein halbes Jahr dauernden Prozess die Gründe für diesen ungeheueren Kulturbruch nicht restlos geklärt werden. Aber es gibt psychologische Plausibilitäten.“ Solchen wird mit filmischen Mitteln nachgespürt werden.“

Mammon – Per Anhalter durchs Finanzsystem

In Brüssel haben am 7. November 2013 die Dreharbeiten zu „Mammon – Per Anhalter durchs Finanzsystem“, dem neuen Dokumentarfilm von Philipp Enders, begonnen. Der von der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel koproduzierte Film wird bis Januar 2014 in New York, Boston, Sao Paulo, Brüssel, Wien, Izmir, Sardis, Leeds, Berlin, Prag, Frankfurt, Belo Horizonte, Köln und Hannover realisiert.

Der Dokumentarfilm begibt sich auf eine unterhaltsame und aufschlussreiche Reise durch Raum und Zeit, um dem Zuschauer den Glauben an das liebe Geld wieder zu schenken, das nach wie vor unsere Welt regiert.

Schon in seinen allerfrühsten Anfängen war das System Geld recht abstrakt. Heute aber schiebt man mit größtem Selbstverständnis virtuelle Beträge zwischen Konten hin und her und vertraut darauf, dass sich mit dieser Art des Wirtschaftens die Mägen füllen lassen. Längst scheint es, als würde das System nicht mehr den Menschen gehorchen, sondern umgekehrt. Was also tun? Vom Glauben abfallen? Kurzerhand zu einem anderen System konvertieren? Geht das überhaupt?

Der Film funktioniert auch als digitaler Ratgeber, als eine allwissende Betriebsanleitung. Er illustriert komplexe Zusammenhänge – und das äußerst unterhaltsam, vor allem aber auf eine sehr verständliche Art

„Mammon – Per Anhalter durchs Finanzsystem“ wird von der augenschein Filmproduktion produziert und ist eine Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel (Redaktion Katharina Dufner) und ARTE (Redaktion Kathrin Brinkmann). Gefördert wird der Film auch von der Film- und Medienstiftung NRW und nordmedia.

„Mammon – Per Anhalter durchs Finanzsystem“ soll voraussichtlich im Sommer 2014 im Rahmen eines ARTE-Themenabends und ebenfalls 2014 im ZDF ausgestrahlt werden.

http://daskleinefernsehspiel.zdf.de

Drehstart für Konrad & Katharina

In Leipzig starten am 12. November 2013 die Dreharbeiten für den MDR/ORF-Fernsehfilm „Konrad & Katharina“(AT). In den Hauptrollen spielen Christine Schorn (Katharina) und Uwe Kockisch (Konrad).

Inhalt: Nach einem halben Leben treffen sich Konrad und Katharina im Rentenalter zufällig wieder. Endlich steht ihrer Liebe, die damals unmöglich schien, nichts mehr im Wege. Fast nichts – denn Konrad verliert sein Augenlicht und droht zu erblinden, die teure Behandlung kann er sich jedoch nicht leisten. Da bringt der kleine Georg, um den sich Katharina oft kümmert, die beiden auf eine Idee: Konrad und Katharina sollen ihn entführen! So bekommt Georg die Aufmerksamkeit seiner ständig arbeitenden Eltern wieder und mit dem Lösegeld kann Konrad seine Operation zahlen. Eine Win-Win-Situation. Erwachsene Moralvorstellungen bremsen den Wahnsinn anfänglich aus, doch die Idee ist einfach zu verlockend …

In weiteren Rollen spielen u. a. Melika Foroutan, Arnd Klawitter, Adele Neuhauser, Kieran West sowie Michael Ostrowski.

Regie führt die aus Leipzig stammende Franziska Meletzky. Das Drehbuch schrieben Elke Rössler und Ralf Husmann. Hinter der Kamera steht Florian Emmerich.

„Konrad & Katharina“ ist eine Produktion der Ziegler Film GmbH & Co.KG im Auftrag des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS und des ORF. Die Redaktion beim MDR liegt bei Jana Brandt und Franka Bauer, beim ORF bei Dr. Klaus Lintschinger. Als Produzenten bei Ziegler Film zeichnen Tanja Ziegler und Marc Müller-Kaldenberg verantwortlich. Gedreht wird vom 12. November bis 16. Dezember in Leipzig und Umgebung.